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Schneesuche in FIEBERBRUNN |
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Erlebnisbericht Fieberbrunn
Obwohl bei uns in Franken wohl kaum eine Lawine zu finden sein wird, fuhren wir im April 2001 nach Fieberbrunn in Österreich, um unseren Rettungshundeteams wieder etwas Neues zu bieten. Zuerst wurde über Bekannte der österreichischen Lawinen-Suchhunde-Equipe von zu Hause aus eine vierbeinerfreundliche Unterkunft gesucht und gefunden. Anreisetag war Freitag, der 14. April, an dem nach und nach unsere RHTs eintrafen und die Zimmer bezogen. Nach einem gemeinsamen Abendessen, bei dem auch der Verlauf der kommenden 2 Tage besprochen wurde, gingen alle – in Erwartung, wie unsere Hunde in soviel Schnee arbeiten würden – etwas früher als sonst schlafen. Früh aufgestanden und nach einem ausführlichen Frühstück fuhren wir zuerst zum örtlichen Schäferhundevereins von dessen Trainingsgelände allerdings nicht viel zu sehen war (bis zu 2 m Schnee im Tal). Die Mannschaft wurde in 2 Gruppen aufgeteilt und Löcher gegraben. (Eine schweißtreibende Arbeit für alle. Auch konditionell fitte HF stießen hier an ihre Grenzen.) Nachdem Besetzen der Verstecke schickten wir einzeln unsere Hunde los, die in dem tiefen Schnee erst jeder für sich eine Technik entwickeln mussten, um einigermaßen kräftesparend voranzukommen. Die Suche selbst machte allen Hunden sichtlich Spaß und es hatte auch keiner Probleme, unsere „Verschütteten“ in dem ansonst geruchsneutralen Medium Schnee zu finden. Also eine gute Möglichkeit des Übens für Anfänger und für Hunde, die sich leicht von Gerüchen ablenken lassen. Da inzwischen Tauwetter eingesetzt hatte, waren bis zum Ende der zwei Durchgänge alle HF bis auf die Knochen durchnässt, was uns erstens Zwang, die Unterkünfte etwas früher als geplant aufzusuchen und was uns zweitens zeigte, dass unsere „Flachlandausrüstung“ natürlich für solche Umstände nicht ausreichend ist. Mit allen zur Verfügung stehenden Wärmequellen wie Heizlüfter, Fön, Herd und Heizkörper wurde versucht, unsere Kleidung und Schuhe wieder trockenzulegen. Zivil und gestylt suchten wir bei einem Spaziergang durch das Dorf eine Wirtschaft aus, in der wir bis spät in die Nacht den Tag ausklingen ließen. Durch Beziehungen unserer österreichischen Kollegen war es uns am 2. Tag möglich, alle Lifte umsonst zu benutzen und so fuhren wir – ausgerüstet mit Rucksäcken, Decken und Lawinenschaufeln – auf den 2020 m hohen Hochkogel. Das Liftfahren machte allen Hunden trotz der Enge sichtlich Freude und auch die mitgondelnden Skifahrer hatten angesichts der vierbeinigen Abwechslung ihren Spaß. Am Gipfel wurden wir von strahlendem Sonnenschein, einem gewaltigen Panorama und massenweise Schnee empfangen. Abseits der Pisten wurden nun wieder (etwas leichter als am Vortag) unsere Helfer bis zu 2 m tief in den Schnee „betoniert“. Nur wer selbst einmal in so einem Schneeversteck lag, weiß welch eigenartiges Gefühl es ist, außer einem kleinen Atemraum ringsum von Schnee eingeschlossen zu sein und keinen Finger mehr bewegen zu können. Auch sind hier alle Geräusche von außen deutlich hörbar, es ist einem jedoch nicht möglich, sich von innen bemerkbar zu machen. Also: keine Aufgabe für ängstliche Mitmenschen. Auch diese Suchen meisterten unsere Hunde mit Bravur und halfen kräftig mit, unsere Versteckpersonen auch wieder auszugraben. Zum Mittagessen ging es in eine Brotzeithütte, in der unser Eintreffen für etwas Aufregung sorgte. Nach einer kurzen Erklärung, dass wir nur zu einer Übung hier wären, stießen wir auf große Akzeptanz und Interesse für die Suchhundearbeit. Auch am Nachmittag wurde weitergeübt und gegen Abend fuhren alle rechtschaffend müde wieder ins Tal. Nach einem schnellen Aufbruch ging es auf die Autobahn und Richtung Heimat. Nach 650 km erreichten alle wohlbehalten wieder ihr zu Hause und konnten sich von den Anstrengungen der letzten Tage erholen. Insgesamt waren nicht nur Hund und Hundeführer nach diesem Wochenende um einige Erfahrungen reicher, sondern auch die komplett positive Arbeit mit unseren Hunden machte uns für die eigentliche Arbeit im oft schneelosen Franken sicherer.
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